Falkenkopf

Landschaftsgerechte Heckenpflege



Hecken, insbesondere Wallhecken, sind ein wesentlicher Bestandteil der gewachsenen Kulturlandschaft. Landwirte haben Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts Wallhecken angelegt, als die einstmals gemeinschaftlich bewirtschafteten Nutzflächen unter ihnen aufgeteilt wurden. Die Bauern pflanzten die Hecken als lebende Zäune. Damit die natürlichen Einfriedungen möglichst dicht wurden, aber auch, um Feuerholz zu gewinnen, schnitten die Landwirte sie regelmäßig zurück.

 

Heute findet man Hecken überwiegend als ebenerdige, durch Sukzession entstandene, buschbestandene Wegeseitenräume oder als eigens angelegte Windschutzhecken bzw. straßenbegleitende Gehölzstreifen.

Der ursprüngliche Charakter der meisten Hecken ist heute verlorengegangen. Bäume und Sträucher werden heute nicht mehr regelmäßig zurückgeschnitten, weil dazu keine wirtschaftliche Notwendigkeit mehr besteht. Aus niedrigen und dichtwüchsigen Hecken sind mittlerweile Baumreihen geworden. Im Schatten des grünen Blätterdaches kümmern oder sterben viele Kräuter und Sträucher. Vogelarten, wie z.B. der Neuntöter und zahlreiche Insekten verlieren ihren Lebensraum; die Landschaft wird um ein Element ärmer, das sie seit dem vergangenen Jahrhundert geprägt hat.

Der Erhaltung der historisch gewachsenen, bäuerlichen Kulturlandschaft kommt heute eine besondere Bedeutung zu. Ziel der Heckenpflege sollte es sein, die ursprüngliche Heckenstruktur zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Das geschieht durch Maßnahmen, die die Verlichtung von unten verhindern.

Die Stiftung Kulturlandpflege hat mit Unterstützung der Niedersächsischen Umweltstiftung eine Broschüre herausgegeben, die über die ökologische Bedeutung von Hecken und die verschiedenen Pflegetechniken informiert.