Neue Obstbäume für Rieseberg

Am 6. November 2025 haben Mitarbeiter der Firma Cargill gemeinsam mit Vertretern der örtlichen Feldmarkinteressentschaft, dem Braunschweiger Landvolkverband sowie der Stiftung Kulturlandpflege 20 Obstbäume in der Gemarkung Rieseberg gepflanzt.

Projektbeauftragte für Cargill, Karin Stickelbroeck, freut sich sehr, ein weiteres Projekt in Zusammenarbeit mit den Partnern unterstützen zu können: „Die Obstbäume in Rieseberg sind ein gutes Beispiel, wie wir uns gemeinsam für Biodiversität und Artenvielfalt engagieren können“, sagte sie.

Björn Rohloff von der Stiftung Kulturlandpflege resümiert eine über zehn Jahre währende Kooperation mit der Firma Cargill, die in Salzgitter eine Rapsölmühle betreibt: „Dabei hat Cargill nicht nur die Pflanzung von Obstbäumen unterstützt, sondern auch die Anlage von Blühstreifen und Feldvogelinseln gemeinsam mit Landwirten möglich gemacht“.

Andreas Renneberg, der Vorsitzende der Feldmarkinteressentschaft Rieseberg, an deren Wegrand die Bäume gepflanzt wurden, war sehr erfreut, dass zehn Mitarbeitende der Ölmühle Salzgitter nach einer kurzen Einweisung „so beherzt bei der Pflanzung zu Werke gingen. Viele Hände – schnelles Ende“, lobte er.

Weitere 17 Obstbäume sollen noch in diesem Jahr aus Mitteln von Cargill in Dungelbeck, Lauingen und anderen Gemarkungen im Braunschweiger Land gepflanzt werden. Volker Meier vom Braunschweiger Landvolkverband hofft auf eine Fortsetzung des Projektes für die kommenden Jahre. Der Bauernverband Braunschweiger Land und die Stiftung Kulturlandpflege unterstützen die an dem Projekt teilnehmenden Landwirte und Realverbände.

Von FRANZ zu FABiAN – 10 Jahre Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft

Am 9. Oktober 2025 fand in Heiligenthal bei Lüneburg die Veranstaltung „Von F.R.A.N.Z. zu FABiAN – 10 Jahre Vertragsnaturschutz mit der Landwirtschaft“ statt. Vertreter*innen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Politik blickten gemeinsam auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Kooperationen im Vertragsnaturschutz zurück und diskutierten, wie sich Biodiversität langfristig in der landwirtschaftlichen Praxis verankern lässt.

Astrid Garben-Mogwitz, Vorsitzende der Stiftung Kulturlandpflege, betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung der engen Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz – ganz im Sinne des „Niedersächsischen Weges“. Auch Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, hob hervor, dass Projekte wie F.R.A.N.Z. gezeigt hätten, wie erfolgreich Kooperation funktionieren kann. Nun gehe es darum, die Ansätze zu verstetigen und stärker in die Fläche zu tragen.

Das F.R.A.N.Z.-Projekt, getragen von der Umweltstiftung Michael Otto und dem Deutschen Bauernverband, wird wissenschaftlich begleitet und hat zahlreiche Impulse für neue Programme gegeben. Eines davon ist das Biodiversitätsprogramm der Region Hannover, das seit 2018 läuft und mittlerweile 91 Betriebe mit rund 232 Hektar Fläche umfasst. Einer der teilnehmenden Landwirte, Jakob von Richthofen, berichtete, wie niedrigschwellige Maßnahmen wie Blühstreifen den Einstieg in den Vertragsnaturschutz erleichtern und Begeisterung wecken können.

Auf diesen Erfahrungen baut das FABiAN-Projekt auf, das 2019 von der Stiftung Kulturlandpflege gestartet wurde. Es setzt auf praxisnahe Maßnahmen und fördert durch flexible Vertragsmodelle und den innovativen Vernetzungsbonus gezielt den Biotopverbund. „FABiAN steht für Machbarkeit, Freude an der Umsetzung und ein echtes Wir-Gefühl“, so Projektleiter Anton Sartisohn.

Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, lobte FABiAN als „Kind einer erfolgreichen Projektfamilie“ und kündigte weitere Förderungen für innovative Vertragsnaturschutzansätze an. Der Landkreis Goslar wird das FABiAN-Projekt sogar bis 2030 fortführen – finanziert aus Ersatzgeldmitteln.

In den Vorträgen und Gesprächen wurde deutlich: Erfolgreicher Vertragsnaturschutz braucht flexible Programme, weniger Bürokratie und stabile Förderstrukturen. Dr. Anna Bobrowski vom Deutschen Bauernverband appellierte an die Politik, bewährte F.R.A.N.Z.-Maßnahmen in die Landesprogramme zu übernehmen, um Biodiversität und Landwirtschaft gleichermaßen zu stärken.

Fazit

Nach zehn Jahren F.R.A.N.Z. und mehreren Jahren FABiAN zeigt sich: Vertragsnaturschutz funktioniert, wenn Landwirtschaft, Wissenschaft und Naturschutz an einem Strang ziehen. Die Begeisterung und das Engagement der beteiligten Landwirt*innen sind der beste Beweis dafür, dass Naturschutz in der Praxis lebendig wird – und Zukunft hat.

Herbstsaataktion: Kostenfreies Regio-Saatgut für lebendige Wegränder

L P D – Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die Stiftung Kulturlandpflege und das Landvolk Niedersachsen die Artenvielfalt entlang der Wirtschaftswege stärken. Ziel ist es, die Seitenräume von Wegen ökologisch aufzuwerten und die Biotopvernetzung zu verbessern. Im Rahmen der Herbstsaataktion 2025 werden 25 kostenfreie Pakete mit Regio-Saatgut zur Verfügung gestellt. Interessierte können sich ab sofort bewerben, es gilt das Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, sät zuerst. „Wegränder sind in der Agrarlandschaft wertvolle Rückzugsräume für Wildpflanzen, Kleinsäuger und Bodenbrüter“, betont Björn Rohloff, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Kulturlandpflege, gegenüber dem Landvolk-Pressedienst. Um diese Lebensräume dauerhaft zu sichern, hat die Stiftung gemeinsam mit dem Landvolk die Wegrandinitiative ins Leben gerufen.

Die Praxis zeigt: Viele gute Ideen zur ökologischen Aufwertung von Wegrändern scheitern an den Kosten für hochwertiges, standortgerechtes Saatgut sowohl bei den Jagdgenossenschaften als auch bei den landwirtschaftlichen Anliegern. „Genau hier setzt unsere Aktion an. Mit den 25 kostenfreien Saatgutpaketen wollen wir Hürden abbauen und den Zugang erleichtern“, erklärt Dr. Nataly Jürges, Umweltreferentin beim Landvolk Niedersachsen. Teilnahmeberechtigt sind Mitglieder des Landvolks oder von Jagdgenossenschaften. Voraussetzung ist eine kurze Beschreibung, welcher Wegrand mit dem Saatgut aufgewertet werden soll und wie die zukünftige Pflege des Wegrands organisiert wird.

Landvolk-Vizepräsident Hubertus Berges unterstreicht die Bedeutung der Aktion: „Mit der Herbstsaataktion 2025 leisten wir einen Beitrag dazu, das Potenzial der Wegränder für Artenvielfalt und Biotopvernetzung optimal zu nutzen. Damit tragen wir auch praktisch zum Gelingen des Niedersächsischen Wegs bei.“

Alle Infos sowie das Bewerbungsformular sind auf der Webseite der Wegrandinitiative zu finden unter www.wegraender.de. Mitmachen lohnt sich – für mehr Vielfalt und lebendige Wegränder in Niedersachsen. (LPD 65/2025)